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Der letzte Eierlikör....
17. Jan 2016 von Lena

...nach der letzten Vorstellung von Schneemanzki, äh, Schimanzki, am 16.01., verkostet von unserem Mann-an den-Reglern-Timo. Am 15.01. durchfuhr es ihn und uns wie ein Blitz, als kurz vor Stückende eine fremde Stimme über die Lautsprecher zu uns sprach - hatten wir zu tief ins Glas geschaut oder was war hier los? Gott sei Dank war der Spuk nur ein paar Sekunden lang - eine Taxi oder Polizeifunkfrequenz hatte ihren Weg in unsere Boxen gefunden!
Aber das Schönste ist: fünf nahezu ausverkaufte Vorstellungen im Januar haben uns eine tolle Bühnenzeit beschert und wir bedanken uns für viel Applaus und fröhliche eierlikörverklebte Abende! Nun verstreuen sich die Kollegen wieder in alle Winde auf der Suche nach neuen Abenteuern. Irgendwie immer auch traurig, so ein Abschied - aber die Erde ist rrrund, wie uns Käptn Kümmelkorn lehrte, und so werden wir uns alle alsbald wieder über den Weg laufen! Bis dahin Ahoi, Ihr Landratten!

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Heroes
14. Jan 2016 von Theater

Wie schon getwittert kam es gestern bei »Schimanzki« zu einem spontanen musikalischen Andenken an David Bowie, als das Ensemble einen kurzen Ausschnitt aus »Heroes« einbaute:

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Ausflug
09. Jan 2016 von Jonas

In der letzten Woche haben Lena und ich einen kleinen Ausflug nach Görlitz unternommen (am wahrscheinlich kältesten Tag des Jahres - bibber!) um uns endlich ein Tanzstück unserer Freunde und Kollegen Dan & Marko anzusehen. Nach langjähriger Arbeit in der freien Szene sind die beiden nun Leiter der Tanzsparte des Gerhart Hauptmann-Theaters - und ich war restlos begeistert von ihrer aktuellen Produktion »Aqua«, die dort gerade für ausverkaufte Vorstellungen sorgt!

Also eine große Empfehlung für alle, die es mal in die Gegend verschlagen sollte! (Und Görlitz selbst ist auch hübsch.) :)

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Grüße zum Jahresende
24. Dez 2015 von Jonas

Ein wildes, bisweilen auch sehr anstrengendes (Theater-)Jahr neigt sich dem Ende zu. Für uns war 2015 auch ein wenig ein Umbruchjahr, wir haben uns viele Fragen gestellt, manches in Frage gestellt, haben uns bei WILDWECHSEL in neue Gefilde getraut, sind hier und da auch mal gestolpert und aneinandergestoßen und haben uns wieder zusammengefunden, haben neue Kooperationen entdeckt, einen Preis gewonnen, viele spannende Kontakte geknüpft und auch mal wieder andernorts gespielt, viel über Tellerränder geguckt, machen nun entweder Diäten oder holen das Essen nach...
Gleichzeitig polterte es wieder laut in der Welt, Paris hat uns erschreckt, die Flüchtlingsdebatte nicht losgelassen... Kinder, es gibt ja soviel zu tun... was für ein Theater.

Nach wie vor freuen wir uns, dass Ihr uns auf unserem Weg begleitet und uns in der Glocksee oder auf den öffentlichen Plätzen besucht habt (teilweise auch bei Wind und Wetter), auch wenn WILDWECHSEL Euch da viel abverlangt hat oder die Flut der spontanen Newsletter vielleicht auch mal genervt hat. Es hat uns neuen Mut gemacht, neue Türen geöffnet und auch neue Ideen gepflanzt - und wie hieß es ja schon bei »Ben X«: sich etwas trauen ist alles.

Die Zeiten werden nicht leichter werden, das wissen wir alle. Es kommt noch einiges auf uns alle zu und viel will angepackt werden - sammeln wir also Kraft! Daher wünschen wir Euch und uns nun erstmal geruhsame und schöne Feiertage und ein frohes Fest!

Und bald darauf auch einen guten Rutsch ins neue Jahr - in dem wir Euch gerne wieder zu unseren neuen Projekten und Produktionen im Theater begrüßen wollen, wenn wir unser Theaterjahr 2016 unter das Motto und den Wunsch »ALLES GUTE« stellen!

In diesem Sinne: Schöne Feiertage & bis bald im THEATER an der GLOCKSEE!

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Ach, wie schön das Schauspielerdasein doch sein kann: lächelndes Publikum, tosender Applaus, zufriedene und amüsierte Gesichter und man geht selig in seine Garderobe. Ok, manchmal ist der Applaus nicht tosend und die Gesichter unlesbar versteinert. Fragend. Oder gar entschlummert. Oder.... moment, saß da nicht vor der Pause noch jemand?
Dann zieht man sich nach getaner Arbeit schweigend um, brummelt sich was in den Bart wenn man an den Kollegen vorbei zu den Abschminktüchern greift und grinst erschöpft, wenn jemand mit dem letzten Rest Galgenhumor „....tja, Leute, fertig zur Notschlachtung“ die frustrierte Stimmung versucht aufzmöbeln.

Mit ein und demselben Stück jedoch so unterschiedliche Reaktionen hervorzurufen ist nochmal eine besonders spannende Erfahrung: „Schimanzki“ scheint unglaublich zu polarisieren und wird zur einen Hälfte mit standing ovations abgefeiert und man verpasst vor lauter Verbeugen und Zugaben und ausgegebenem Eierlikör beinahe den Zug nach Hause. Die andere Variante sind fragende Gesichter, entsetzt geradezu, suchend nach Tiefe und Sinn und orientierunglos im luftleeren Raum des Trashs umhertreibend, wenn nicht schon gegangen und schimpfend auf dem Weg ins Staatsschauspiel. Höfliches Klatschen und nix wie weg hier. Augenkontakt vermeiden!
Und beides mit ein und demselben Abend.
Schluck.
Gräm.
Freu.
Irre!!!!

Wir wurden aus unserer „comfort zone“ gesprengt! Was für eine Herausforderung, da jedes Mal rauszugehen auf die Bühne und nicht zu wissen ob man sich vor faulen Eiern ducken oder eine Rose fangen soll!

WIR SIND WACH!

Nö, begriffen haben wir es noch nicht ganz, woran das liegt. Wilde Theorien von „Sehgewohnheiten“ bis „Glühweinkonsum“ werden im Garderobenwettbüro verhandelt. Mit der Analyse werder wir wohl warten müssen...wieviele innere Mäuse und warum beide Pfoten noch dran und was sonst noch. Wie unser Schimanzki schwingen wir uns mit der Eleganz eines Zirkuskünstler nach getaner Arbeit auf den Barhocker und stützen uns aufs Glas, ertragen die verstohlenen Blicke, drücken mit dem Finger ein Loch in die Theke. Die wahrhaft große innere Maus kennt weder Stolz noch Schmerz. Alles ist ganz einfach. Was wir uns merken wollen. L

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Paris, 13. November 2015.
14. Nov 2015 von Jonas

aus dem Nichts die erste Nachricht auf dem Handy. dann saßen wir zusammen vor dem Fernseher, den Computern, den Telefonen. sms an Freunde. anrufen wollen. sonst sind wir sehr still.
still, entsetzt, erschreckt und vor allem voller Traurigkeit.
wie furchtbar fühlt es sich an, dass man nicht mehr überrascht ist. dass das jetzt wohl dazu gehört, dass so etwas passiert.
unser Blick in die Welt hat sich schon geändert, schon vorher. langsam und schleichend, aber merklich.
man will keine Angst haben. man will nicht allein sein. wir nehmen uns alle in den Arm, in der Küche an den Zigaretten.
unsere Welt. heute.
uns blutet das Herz.

am meisten trifft uns die schreckliche Geiselnahme und das Massaker im Club Bataclan. Konzerte, Publikum, Bühnen, da sind wir oft. auch unsere Welt.

später, es ist schon Nacht und ich bin inzwischen allein vor dem Bildschirm. man will schlafen aber man hat Angst vor den Schlagzeilen morgen früh. wenn man mehr weiß. und man weiß ja schon jetzt so viel. zu viel.

auf Twitter bieten Menschen unter #PorteOuverte Unterkunft und Zugang zu ihren Wohnungen für Schutzsuchende oder andere, die nicht wissen wohin. sie schreiben ihre Adressen ins Netz. offene Türen. wie wundervoll. das tröstet. das wollen wir doch, die Türen öffnen. zusammen sein. uns gegenseitig helfen. nicht verschließen. nicht verschlossen werden.

auf diese Zeichen müssen wir schauen. nicht auf die brutalen Zeichen der Angst der anderen. wir müssen unsere Zeichen setzen. deutlich. neue Zeichen finden, bessere Zeichen. wir müssen kreativ bleiben und noch kreativer werden. es braucht anderes Denken. und Kraft, verdammt viel Kraft.
wir müssen die Türen aufhalten.
egal wieviel Wind sie vielleicht zudrücken will.

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Marie Schimanzki allein zu Haus
13. Nov 2015 von Lena

Schimmi ist fort und sucht seine innere Maus. Da hilft nur noch ABBA.

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Den meisten ist Janosch hauptsächlich als Autor anarchisch philosophischer Kinderbücher ein Begriff. Aus der Feder des Malers, Geschichtenerfinders, Lebenskünstlers und Anarchisten, der sich inzwischen auf eine Insel zwischen Sonne und Meer zurückgezogen hat, stammt jedoch weit mehr, wie z.B. mehrere feinsinnige bis feinspinnige Romane und Theaterstücke: Sein Roman »Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm« gewann drei Literaturpreise und Janosch selbst wurde 1992 für sein Romanwerk mit dem Andreas-Gryphius-Preis ausgezeichnet.

In seinen Büchern und Werken zeigt sich immer wieder der Grenzgänger, der Narr, der Träumer, für den es jeden Tag eine andere Wahrheit gibt. Selbst Janoschs eigener Biografie kann man nie so ganz trauen, zu verlockend ist für ihn das Spiel mit Wahrheit und Fantasie, was auch in seinem Buch »Schimanzki« deutlich zum Vorschein kommt.

Anhand der kleinen Maus Schimanzki zeichnet er das Bild eines Menschen am Rande der Gesellschaft, ein Habenichts, obdachlos, herumstreunend. Zurückgezogen lebt er in der Welt der »großen Menschen«, einer wilden Welt aus Verbrechen und Zügellosigkeit, in der er kaum wahrgenommen wird, übersehen, überrannt, liegengelassen. Es ist eine Hommage an den Lebensmut einfacher Leute. Er zeichnet sie als »Verzweiflungsclowns«, als »merkwürdige Komiker« und dennoch als Helden: Denn Schimanzki ist mit einer enormen übermenschlichen und -mäuslichen Kraft ausgestattet, von der er im Verlauf seiner Abenteuer mehr und mehr erfährt.

Schimanzki stellt damit die Figur des klassischen »Drifters« dar: Zunächst richtungs- und positionslos zwingt ihn die Umwelt immer mehr ins Handeln, er findet kurzfristige Haltepunkte in ehrlichen zwischenmenschlichen (und -mäuslichen) Beziehungen, doch seine alten Stiefel tragen ihn immer weiter in die Welt, die immer größer, unüberschaubarer und gefährlicher wird – und ihn am Ende beinahe das Leben kostet.

Auf dieser Ebene wird aus Janoschs Text eine faszinierende und mutmachende Parabel, eine liebevolle Ode an die Randexistenzen, die unseren Blick oft streifen:

»Man sollte die kleinen Kerle neben uns immer genau betrachten. Denn wissen wir, was von ihnen ausgeht? Wir wissen nichts. Jeder neben uns in der Eisenbahn kann ein Schimanzki sein. Das wollen wir uns merken.«

Janosch selbst befand sich zeit seines Lebens in Gegenwehr gegen eine unzumutbare, ungerechte, unüberschaubere und gewalttätige Umwelt. Während seiner Kindheit in Polen wurde er zur Zeit des Nationalsozialismus Zeuge von mehreren Gewalttaten, eine streng katholische (und teils gewalttätige) Erziehung versetzte ihn in jungen Jahren in große Angst und Verunsicherung, er fiel an der Münchener Kunstakademie mehrmals durch und musste sich später, wegen starken Alkoholkonsum, einer gefährlichen Leberoperation unterziehen, die ihm das Leben rettete. All dem stellte er seine Kunst entgegen, in der er den Widrigkeiten der »erwachsenen Welt« durch wilde und mutige Fantasie entkam und sie dadurch gleichzeitig auf humorvolle und gerne derbe Weise bloß zu stellen vermochte. Er selbst entzog sich auch real der lauten, westlichen Welt und setzte sich auf eine Insel ab, im Gepäck nur das nötigste – und vor allem viel augenzwinkernder Humor, künstlerische Freiheit und Cuba Libre.

Mit »Schimanzki« wollen wir mit einer ähnlichen Frechheit und Freiheit den Widrigkeiten unserer Welt ein freundschaftliches Lächeln entgegensetzen und den Mut auffrischen, die Kraft der inneren Maus in sich selbst zu entdecken.

»Alles ist Mist. Aber dann möchte man sich manchmal auf die Erde setzen und sich vor Freude ins Hemd weinen.«
- Janosch

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Folge 7
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