Ach, wie schön das Schauspielerdasein...
08. Dez 2015
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von Lena

Ach, wie schön das Schauspielerdasein doch sein kann: lächelndes Publikum, tosender Applaus, zufriedene und amüsierte Gesichter und man geht selig in seine Garderobe. Ok, manchmal ist der Applaus nicht tosend und die Gesichter unlesbar versteinert. Fragend. Oder gar entschlummert. Oder.... moment, saß da nicht vor der Pause noch jemand?
Dann zieht man sich nach getaner Arbeit schweigend um, brummelt sich was in den Bart wenn man an den Kollegen vorbei zu den Abschminktüchern greift und grinst erschöpft, wenn jemand mit dem letzten Rest Galgenhumor „....tja, Leute, fertig zur Notschlachtung“ die frustrierte Stimmung versucht aufzmöbeln.

Mit ein und demselben Stück jedoch so unterschiedliche Reaktionen hervorzurufen ist nochmal eine besonders spannende Erfahrung: „Schimanzki“ scheint unglaublich zu polarisieren und wird zur einen Hälfte mit standing ovations abgefeiert und man verpasst vor lauter Verbeugen und Zugaben und ausgegebenem Eierlikör beinahe den Zug nach Hause. Die andere Variante sind fragende Gesichter, entsetzt geradezu, suchend nach Tiefe und Sinn und orientierunglos im luftleeren Raum des Trashs umhertreibend, wenn nicht schon gegangen und schimpfend auf dem Weg ins Staatsschauspiel. Höfliches Klatschen und nix wie weg hier. Augenkontakt vermeiden!
Und beides mit ein und demselben Abend.
Schluck.
Gräm.
Freu.
Irre!!!!

Wir wurden aus unserer „comfort zone“ gesprengt! Was für eine Herausforderung, da jedes Mal rauszugehen auf die Bühne und nicht zu wissen ob man sich vor faulen Eiern ducken oder eine Rose fangen soll!

WIR SIND WACH!

Nö, begriffen haben wir es noch nicht ganz, woran das liegt. Wilde Theorien von „Sehgewohnheiten“ bis „Glühweinkonsum“ werden im Garderobenwettbüro verhandelt. Mit der Analyse werder wir wohl warten müssen...wieviele innere Mäuse und warum beide Pfoten noch dran und was sonst noch. Wie unser Schimanzki schwingen wir uns mit der Eleganz eines Zirkuskünstler nach getaner Arbeit auf den Barhocker und stützen uns aufs Glas, ertragen die verstohlenen Blicke, drücken mit dem Finger ein Loch in die Theke. Die wahrhaft große innere Maus kennt weder Stolz noch Schmerz. Alles ist ganz einfach. Was wir uns merken wollen. L

 
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