Adieu les belles choses

Es liest Helga Lauenstein | Gesang Carmen Fuggiss | Klavier Jonathan Seers

Wir erzählen und singen von der Freude und dem Schmerz zu leben und zu sterben und dem sehr unterschiedlichen Umgang mit der Vergänglichkeit.
Viele Autoren und Musiker haben sich mit dem Thema „Abschied vom Leben“ auseinandergesetzt.
Zusammen mit der hannoverschen Sopranistin Carmen Fuggiss präsentieren wir die schönsten Lieder und Texte vom Barock bis zur Gegenwart.

Suppkultur III

Mit Beatrice Fago, Fabian Joel Walter, Christian Preuss

Schneewittchen

Gastspiel | von und mit Dieter Malzacher

Der Märchentierarzt muss wieder einmal helfen. Hänschen, der Zauberspiegel, hat Bauchweh. Den ganzen Tag tönt es im Schloss: „Spieglein, Spieglein an der Wand! Wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Und  jedes Mal muss Hänschen die Wahrheit sagen über das Aussehen der  Königin. Den ganzen Tag! Und nachts auch! Da würde jeder Bauchweh bekommen! Aber der Märchentierarzt ist ja schon da und hilft. Und dabei erzählt er die Geschichte vom Zauberspiegel, von Schneewittchen, von ihrer Stiefmutter, der bösen Königin, von den 7 Zwergen hinter den 7 Bergen,  vom vergifteten Apfel, vom Prinz, der das tote Schneewittchen im Sarg liegen sah,  von der wundersamen Errettung und dem glücklichen Ende.
Schneewittchen ist ein alter Hut! Kennt man, denkt man.. Dann guckt man Malzachers Puppenspiel an und entdeckt das alte Märchen ganz neu.

Vom Teufel mit den drei goldenen Haaren

von F.K. Waechter | Gastspiel | Ensemble Jonas Vietzke | Regie Barbara Wachendorff | Dramturgie Joachim Henn

Der bekannte Zeichner F.K. Waechter hat den hintergründigen Humor, der aus seinen Zeichnungen spricht, im Laufe vieler Jahre auch auf das Erzähltheater übertragen und ihm entscheidende Impulse gegeben. In der Ein-Personen-Fassung vom „Teufel mit den drei goldenen Haaren“ erzählt er eine neue Version des Grimmschen Märchens vom jungen Bauernknecht, der sogar den Weg zur Hölle nicht scheut, um die Königstochter heiraten zu können.
Die Aufführung verzichtet auf jegliche Dekoration und konzentriert sich ausschließlich auf das Spiel des Schauspielers, der 25 verschiedene Figuren in ständigem Wechsel spielt - ein Theatervergnügen ausdrücklich auch für Erwachsene.

Am Ziel

von Thomas Bernhard | Ensemble Helga Lauenstein, Julia Schmidt, Matthias Buss | Regie Bettina Drexler

In der Presse tauchen immer wieder Nachrichten auf von Vätern, die ihre Töchter und Söhne durch körperlichen Missbrauch stark beschädigen, sogar auslöschen. Sie zerstören die Integrität ihrer Kinder oft nachhaltig. Bei Bernhard in „Am Ziel“ ist es eine Mutter, die- obwohl intelligent, ökonomisch versorgt, visionär begabt – gleichwohl grausam und ohne jede Empathie die Tochter an sich bindet und so jeden Versuch einer Individuation zerstört. Der Wunsch, sich der Liebe zur Tochter hinzugeben, pervertiert sich in den Wunsch, sie zu töten. Diese Lust wird in der monströsen Sprachgewalt der Mutter lesbar. Mutter unterstellt sich keinen moralischen Kategorien mehr, sie spricht alles aus, vor allem das Unaussprechliche. Die Tochter schweigt, und man ahnt, dass nur der Tod, als ein Ereignis, dessen fulminante Wirkung nicht anzweifelbar und unausweichlich ist, einen Perspektivwechsel in der Geschichte bewirken könnte. Oder eben die Liebe.
Sie wird durch einen jungen Schriftsteller ins Spiel gebracht, der sich für die Tochter interessiert. Mutter wird versuchen, den jungen Mann zu vertreiben, seine Impulsivität zu entkräften, die Tochter nicht frei zu geben. Zwei Protagonisten (Tochter, Schriftsteller) eines Theaterstückes, die unsere Aufmerksamkeit fesseln, weil ihre Sprache die des Schweigens ist.

Pressestimmen

»Helga Lauenstein setzt auf zurückgenommene Töne, meistert den voluminösen, wenn auch stark eingestrichenen Text mit bemerkenswerter Intensität. Julia Schmidt gibt der Tochter etwas anrührend Vertrippetes und stumme Sehnsucht mit. Mattihas Buss fiel in den Jahren der Ära Schulz am Staatsschauspiel immer (aber nicht nur) durch Körpereinsatz und Komik auf. Beides darf er auch hier zeigen, weil Regisseurin Bettina Drexler den Bernhard-Abend mit clownesken Elementen auflockert ... Buss kann auch leise ... Ein (konditions-)starker Abend ...«
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Rainer Wagner, 08. Oktober 2011

»Ein Einblick in psychologische Abgründe einer Mutter-Tochter-Beziehung. Gute Schauspieler ...«
Neue Presse, Ann-Katrin Paske, 14. Oktober 2011

Fotos: Roman Thomas

Die Russen kommen! - russkye volkslydie

Ensemble Tatjana Bulava, Helga Lauenstein, Valentin Sommer | Bühne Rike Glandorf | Licht Alexander Tripitsis

Musikalischer Abend im russischen Salon. Ein MUSS für alle Freunde russischer Musik!
Die Akkordeonistin Tatjana Bulava, die viele noch aus der Produktion "Babettes Fest" kennen werden, ist ans Theater an der Glocksee zurückgekehrt und hat mit Helga Lauenstein und Valentin Sommer einen sinnlichen Abend mit exzellent ausgewähltem Repertoire kreiert: bisher meistens nur in Russland bekannte Tangos der 30er Jahre, Volks- und Zigeunerlieder, Instrumentalmusik und Romanzen.
Der musikalische Teil des Abends wird im Dialog mit dem Publikum von Helga Lauenstein moderiert. "Zakuski" (russische kleine Vorspeisen) und Getränke sind in der Pause auf Wunsch erhältlich. Es darf getanzt werden!

Hiobs Botschaften

Gastspiel | von und mit Maria Neumann

Maria Neumann spielt nicht nur auf Theaterbühnen. Das aktuelle Spiel hat sie als Performance schon in einer Straßenbahn gestaltet. Jetzt stellt sie das uralte Thema auf beeindruckende Weise als Solostück dar: Gott und Satan wetten um die Frömmigkeit Hiobs.
Hiobsbotschaften, Katastrophenmeldungen überschlagen sich in diesen Tagen des März 2011. Hinter jeder Nachricht steht vielfaches Leid. „Das Leiden“ sagt Maria Neumann „ist in der Kunst lange verdrängt worden. Im Theater fand es faktisch nicht statt, denn da war es ja nur ein Spiel. Wenn wir uns mit Blut übergießen, ist es Kunstblut, alles nicht echt. Die Frage, ob Leiden etwas ist, über das man sprechen oder schweigen muss, kommt nicht nur in der Kunst sondern auch in der Kirche immer wieder auf.“ Und: „Hiob wechselt von einer duldenden in eine rebellische Haltung. Es zeigt: Leid verändert den Menschen. Entweder man wächst daran oder man wird gebrochen“

Suppkultur II

Mit Elena Arras, Andres Böhmer, Krischan Zeigner

Suppkultur I

Mit Wolfram Hänel, Hartmut El Kurdi, Mark Eichenseher