Hase Hase

Eine anarchistische Komödie von Coline Serreau.
Ensemble
Kathrin Becker, Laura Bleimund, Helena Hentschel, Helga Lauenstein, Janine Schwarze, Ulf Schmitt, Christoph Schüchner, Jonas Vietzke. Regie Lena Kußmann. Bühne Ulrike Glandorf. Kostüm Freya Schackat. Licht Alexander Tripitsis. Regieassistenz Sophia Blume. In Kooperation mit Freilichtspiele Schwäbisch Hall.

Alles ist gut. Das sagt nicht nur das Fernsehen, das denkt auch Mama Hase, Kopf und Herz einer siebenköpfigen Familie. Doch als plötzlich die Kinder wieder vor Tür stehen, Papa Hase mit einem Geheimnis herausrückt und sich draußen die Welt verändert, zieht das Chaos in die enge Wohnung ein. Und während Hase Hase, der Jüngste, dauernd behauptet, ein außerirdischer Agent zu sein, zündet draußen jemand eine Bombe...

Zwischen Realität, Science Fiction und Utopie hat Coline Serreau eine sozial-realistische Fabel geschrieben, die sich mit brillanten Dialogen und viel Witz zu einer ernstzunehmenden Hommage an Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit entpuppt.

Im Sommer 2014 gastiert das THEATER an der GLOCKSEE mit »Hase Hase« im Globe Theater bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall.

Pressestimmen

»(...) so verrückt und auch so romantisch, dass es sich lange auf den Spielplänen gehalten hat. Jetzt hat sich das Theater an der Glocksee »Hase Hase« vorgenommen. Acht Personen bringen die Farce in der Inszenierung von Lena Kußmann schwungvoll auf die Bühne. (…) Helga Lauenstein spielt Mutter Hase als ebenso sanfte wie bestimmende Obermutter. Regisseurin Lena Kußmann hat viel Wert auf Körpereinsatz gelegt. (…) Am Ende applaudiert ein Teil des Publikums begeistert und im Stehen.«
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Ronald Meyer-Arlt, 11. November 2013


Fotos: Jonas Wömpner

Die Ware Mensch

Eine künstlerische Forschungsreise in medizinisch-ethische Randgebiete.
Ensemble
Helga Lauenstein, Matthias Buss, Jonas Vietzke. Regie Tuğsal Moğul.
Dramaturgie
Lena Kußmann. Bühne & Kostüm Maren Geers. Licht Alexander Tripitsis. Regieassistenz Harald Holstein.

93 Prozent Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff. Der Rest Elemente wie Stickstoff, Kalzium oder Phosphor. Ein wenig Magnesium, Eisen und Kupfer, ein paar Spurenelemente. Peanuts. Ein Mensch.

Große Träume vom großen Geld, große Schritte von der Reproduktionsmedizin zum Designerbaby, von Körperbehandlung zur Optimierung, von der Organspende zum Organhandel - der Marktplatz ist eröffnet: Nieren, Eizellen, Schwangerschaften, Leihmütter, Körperteile, Versicherungen, wie hoch ist der Preis für unsere Gesundheit, für unser Aussehen, unsere Nachkommen, unser Glück? Und was sind wir bereit zu zahlen? Und sind Sie eigentlich Mitglied in einem Fitnessstudio?

In einem körperbetonten Theaterabend begeben sich Arzt und Regisseur Tuğsal Moğul (»Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt«) und das Ensemble des THEATERs an der GLOCKSEE auf eine medizinische Spurensuche nach dem Wert des Menschen.

Pressestimmen

»Harte Themen schneidet das zweite Stück des Arztes und Theatermachers Tuğsal Moğul im Theater an der Glocksee an. Organhandel, Reproduktionsmedizin: „Höher, schneller, weiter zu leben“, dahin drängten den Menschen schon seine Gene (…) Die schauspielerischen Leistungen sind großartig, dicht und intim; und so geballt die Texte daherkommen, sie lassen doch Raum für Atmosphäre, für Fragen, für Verwundern über den sich allmächtig dünkenden Menschen. Und für eine fein abgestimmte Pointe am Schluss.«
Neue Presse, Evelyn Beyer, 24. Mai 2013

»Das Stück „Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt“, worin der Arzt und Theatermann Tugsal Mogul vieles einbaute, was er aus beruflicher Anschauung kennt, war die wohl erfolgreichste Produktion des Theaters an der Glocksee. Vor gut einem Jahr hat sich das Theater damit neu erfunden. Nun gibt es die Fortsetzung – und auch sie wird sicher oft vor ausverkauftem Haus gespielt werden. (…) „Die Ware Mensch“ vermittelt viele medizinische Fakten, trotzdem ist es kein Vortrag, sondern ein Theaterstück. Ein ziemlich gutes sogar. (…) Schauspielerisch ist das hervorragend, und weil überall auf der Bühne Uhren herumstehen und zeigen, wie die (Lebens-)Zeit vergeht, kann einem das Thema auch persönlich nahegehen. Die hier verbrachte Stunde geht jedenfalls sehr schnell vorbei – und ist gut investiert.«
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Ronald Meyer-Arlt, 24. Mai 2013

Fotos: Jonas Wömpner

Krieg. Stell dir vor, er wäre hier

von Janne Teller. Ein Gedankenexperiment.
Ensemble Helga Lauenstein, Jonas Vietzke. Künstlerische Leitung Lena Kußmann.
Bühne Ulrike Glandorf. Licht Alexander Tripitsis. Support Serdar Matyar.

Schuldenkrise, Auseinanderbrechen der EU, Krieg in Europa.
Deutschland ist verfeindet mit Ländern wie Frankreich, Spanien und Griechenland. Der andauernde Krieg hat die Zivilbevölkerung stark in Mitleidenschaft gezogen. Hunger, Kälte, Wohnungsnot und ständige Angst bestimmen den Alltag. Wer kann, flieht in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Doch wer keine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann nicht zur Schule gehen, kein Arabisch lernen, keine Arbeit finden. Und fühlt sich als Außenseiter und sehnt sich nach Hause.

Was macht es mit uns, wenn uns Vertrautes genommen wird und wir uns in einer schwer durchschaubaren und unverständlichen Welt bewegen müssen? Wenn Regeln und Verabredungen nicht mehr gelten, bzw. anders gelten, als wir gewohnt sind?

 

»So schmal Janne Tellers Buch auch ist, so groß ist - vielleicht gerade deswegen - seine gedankliche Sprengkraft. ... Gut, dass dieses Büchlein gerade jetzt erscheint, wo der Nahe Osten brennt, denn vielleicht erlaubt es dem einen oder anderen Leser beim Blick auf Flüchtlinge und Migranten gelegentlich einen Wechsel der Perspektive.« - U. Noller, WDR Funkhaus Europa Bestsellercheck, 09.03.11

Pressestimmen

»Beifall im Stehen – das gibt es im Freien Theater in Hannover nicht so oft. Aber hier gab es ihn, und er war absolut berechtigt. (...) Das, was Tausende von Menschen in Deutschland erleben, erlebt hier der Theaterzuschauer. Wie es ist, ein Flüchtling zu sein. Janne Teller will, dass sich der Leser das intensiv vorstellt. Diese Einbeziehung, diese direkte Konfrontation sucht auch Lena Kussmann, die das Stück im Theater an der Glocksee inszeniert hat. (...) Man spürt (ein bisschen), wie es ist, ein Fremder zu sein.
Die Schauspieler (Helga Lauenstein und Jonas Vietzke) mischen sich unters Publikum, geben Anweisungen, führen die Besucher durchs aufwändig gestaltete Theaterlabyrinth (Bühne Ulrike Glandorf). Lauenstein und Vietzke spielen ohne große Emotionalität, aber gerade dieses distanziert Erzählerische macht den Text so eindringlich. Dazu kommt eine Sprechkultur, die im freien Theater nicht immer so vorhanden ist. Es ist ganz erstaunlich, was hier geleistet wird.
Sind in Hannover noch Preise fürs Freie Theater zu vergeben? Ist noch ein bisschen Geld in den Fördertöpfen? Das Theater an der Glocksee wäre auf jeden Fall ein würdiger Empfänger.«
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Ronald Meyer-Arlt, 01.03.2013

 

»Was heißt es, plötzlich Flüchtling zu sein? (...) Das Theater an der Glocksee hat das in einer Bühnenfassung konkret erfahrbar gemacht. (...) Helga Lauenstein und Jonas Vietzke umreißen als Erzähler und selbst Betroffene die ausweglose Situation. Was tun ohne Aufenthaltsgenehmigung, ohne Sprachkenntnisse, ohne Arbeit? Regisseurin Lena Kußmann hat Mut zu Langsamkeit und Stille. Der ausgeklügelt konstruierte dreiteilige Bühnenraum von Ulrike Glandorf wird immer wieder neu benutzt und definiert. (...) Die Umkehrung des Blickwinkels ist gelungen. Das ist Erlebnistheater mit wirklichem Zugewinn ohne moralische Keule. Langer, enthusiastischer Applaus.«
Neue Presse, Harald Holstein, 02.03.2013

Fotos: Sonja Mehner

Intensiv erleben - Buchvorstellung

Intensiv erleben - Menschen in klinischen Grenzsituationen.
Von
 Tuğsal Moğul, Alfred Simon (Hg.). Reihe Ethik in der Praxis / Practical Ethics - Kontroversen / Controversies.
Im Anschluss an die Vorstellung
Die Ware Mensch.

Die Autoren Tuğsal Moğul und Alfred Simon stellen ihr aktuelles Buch vor:

Das Ensemble Theater Operation entwickelt seit 2008 Theaterstücke an der Schnittstelle von Schauspiel und Medizin. Die Theaterstücke Halbstarke Halbgötter und SOMNIA, in denen es um das Erleben von Patienten, Ärzten und Pflegenden auf Intensivstationen geht, dienen als Leitfaden und Ausgangspunkt für die Beiträge in diesem Buch. Diese beleuchten Erfahrungen mit der hochtechnologisierten Medizin aus ethischer, ökonomischer, medizinischer, pflegewissenschaftlicher, soziologischer, kunsthistorischer und schauspielerischer Sicht. Dieses Buch will nicht die Position der High-Tech-Medizin erläutern, sondern vielmehr ihre ethischen Konsequenzen, wissenschaftlichen Perspektiven, Klinikerfahrungen aus Sicht der Patienten und die künstlerische Auseinandersetzung mit der Intensivmedizin widerspiegeln.

Tuğsal Moğul ist Anästhesist/Notfallmediziner und schreibt als ausgebildeter Schauspieler mit ausgedehnter Bühnen- und Filmerfahrung Theaterstücke.

Alfred Simon ist Medizinethiker und wissenschaftlicher Leiter der Akademie für Ethik in der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen.