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Das Unmögliche ist möglich
07. April 2026 – 21:34 Uhr

von Lena

Polarlichter in Deutschland. Der Wal in der Ostsee. Ein Wolf in der Einkaufspassage …

Keines von diesen Ereignissen schien in unserer Kindheit auch nur annähernd wahrscheinlich. Im Gegenteil, niemals würde so etwas geschehen, sagten die Erwachsenen mir beim sehnsüchtigen Blick auf das Meer, in den Himmel oder in den dunklen Wald. Dazu müsse man weit, weit reisen. Und selbst dann brauche man sehr viel Glück.

35 Jahre später ist die Welt eine andere: Das Unmögliche ist möglich.

Nur eine Bucht von meiner Kindheit entfernt quält sich ein riesiger Wal, verirrt und verwirrt schwimmt er immer wieder auf Grund. An ihm entzünden sich die Hoffnungen der Menschen, doch noch zu etwas gut zu sein, in dieser immer mehr außer Rand und Band geratenen Welt wenigstens den Wal zu retten, wenn sonst schon nix zu retten ist, und gemeinsam den Riesen zu befreien. (Ich zweifle keine Sekunde daran, dass, gäbe es die Erlaubnis, 10.000 Menschen in schlimmer Bademode sich bereit erklären, das Tier durchs Kattegat in die Freiheit zu ziehen. Ich mach auch mit!)

Wir brauchen diesen Moment in dieser Welt, in der Unmögliches nun möglich ist.

In dieser Welt, in der in Deutschland, welches sich nach dem 2. Weltkrieg schwor, nie wieder etwas Ähnliches geschehen zu lassen, nun eine vielerorts als rechtsextrem eingestufte Partei teilweise mehr Wählerstimmen abgreift als die NSDAP 1933. In einer Welt, in der angefacht durch Social Media, irritiert und überrollt vom Fortschreiten der KI, finanziert durch die reichsten Männer der Welt, der Faschismus überall wächst, die Kriegsindustrie angefeuert wird und die Wehrpflicht hierzulande wieder eingeführt werden soll. In der Staatenlenker nahezu unkontrolliert zu immer gruseligeren Imperatoren mutieren, sich nehmen, was sie wollen, und bisher ungestraft davon kommen.

Auch das sind Unmöglichkeiten, die ich mir als Kind auch nicht ausmalen konnte– und wollte.

Denkt Euch! - Eine Welt, die vor kurzem noch von einer Pandemie lahmgelegt wurde, inklusive Ausgangssperren und Kontaktverboten und allen Folgeerscheinungen!

Und doch ist das alles genauso wahr wie der arme Wal, der verirrte Wolf oder die wunderschönen Polarlichter. Die Realität holt uns mit mächtigen Schritten ein und trifft auf eine Naivität, die aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskommt. Erschüttert stehen wir vor dem viel zu schweren Wal und schwanken zwischen Loslassen und Weitermachen, Akzeptanz, Ablehnung der Tatsachen und Verzweiflung.

Doch das Unmögliche ist möglich.

Denn gleichzeitig fliegen 4 kleine Astronaut*innen hinter den Mond, so weit weg von der Erde wie noch niemals zuvor. Und doch scheinen sie fast unbemerkt im Sturm der Nachrichten. Für 40 lange Minuten bricht der Kontakt zur Menschheit ab, bis von hinter dem Mond die Erde wieder langsam zu sehen ist: unser Zuhause im dunklen, kalten Weltall.

Dieser Moment muss atemberaubend sein. Wie unfassbar schade, dass wir ihn nicht alle zusammen erlebt haben, wie damals unsere Eltern oder Großeltern die Mondlandung. Dass wir nicht zusammen vor den „Endgeräten” kauern und vielleicht irgendwas Neues verstehen. Vielleicht, dass wir so dankbar sein können um dieses schöne Zuhause, mit seinen blauen Meeren, Wäldern und Gebirgen. Ich male mir aus, dass wir dann eine große Liebe empfänden für die Fragilität und Schönheit dieser Kugel, für unsere eigene Beschränktheit und für unsere Fähigkeiten; unsere Gemeinsamkeiten sähen und nicht das, was uns trennt. Dass wir unbedingt wieder zurückwollen dorthin – und nicht so weit wie möglich weg aus diesem Irrenhaus.

Doch: Stop! Denn wenn das Unmögliche immer möglicher wird, dann gilt das für alle Anteile. Wir sind live dabei, wie Wunder am laufenden Meter vor unserer Nase passieren. Wenn machthungrige Vollpfosten diese Welt verwüsten, wer sagt denn dann, dass ein kleines Licht wie Du, mit ein bisschen Bildung und dem Herz am richtigen Fleck, sie nicht retten kann? Das Unmögliche ist möglich!

Und wer es nicht glaubt, schaue auf ein kleines schwedisches Mädchen, das durch seine Beharrlichkeit und Überzeugung eine der größten Klimaschutzbewegungen der Welt anstieß! Und wer es nicht glaubt, der höre doch mal diese magische Musik! Und wer es nicht glaubt, betrachte ein Gemälde! Und wer es nicht glaubt, lese Mascha Kaleko! Und wer es nicht glaubt, schaue der Chirurgin über die Schulter! Und wer es nicht glaubt, der war noch nie schnorcheln! Und wer es nicht glaubt, hat vielleicht noch nie diese alles verändernde Liebe erlebt! Und wer es nicht glaubt, der lache und lache und lache doch unfassbar lange im Sommer in einem Weizenfeld, wenn die Wölkchen da oben ziehen. Und wer es nicht glaubt, tanze auf einem Konzert mit 10.000 Menschen im Takt! Und wer es nicht glaubt, gehe ins Theater und staune und reflektiere über diese bekloppten Menschen, zu denen auch du gehörst! Nur gebe nicht auf. Denn das Unmögliche ist möglich geworden.

Das sollte man definitiv nicht verpassen.


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