Ein paar unserer Inspirationen

Das spannende bei einer freien Projektentwicklung sind immer wieder die vielen verschiedenen Inspirationen, die aus dem Team und jedem*r Einzelnen, aus Gesprächen mit Besucher*innen und aus allen möglichen weiteren Ecken kommen und irgendwann etwas neues – und im besten Fall ein Theaterstück – in unseren Köpfen zusammensetzen. Und weil es diesmal auch wieder so eine volle und bunte Mischung war, wollen wir gerne ein paar davon mit Euch teilen:

Als wir im letzten Sommer unsere Projektförder-Anträge geschrieben haben, bin ich bei der Recherche für den »Was du nicht sagst!«-Antrag auf die → Munk-Debatte gestoßen, die dabei leider aber auch aufzeigt, wie schwierig es ist, richtig und wirklich über die wesentlichen Inhalte ins Gespräch zu kommen, und nicht nur auf Positionen zu beharren. Aber besonders das Eröffnungs-Statement des von mir sehr geschätzten Stephen Fry blieb mir dabei sehr im Kopf hängen – weshalb Ihr auch einen Auszug daraus übersetzt in unserem aktuellen → Programmheft findet:

»Eine riesige Schlucht hat sich in unserer Welt aufgetan, und die Risse und Brüche werden größer und größer. Niemand auf einer der beiden Seite kann auch nur ein Wort dessen hören, was die anderen schreien – und das möchte auch niemand. Während die Armeen und Propagandisten dieses Kulturkrieges lautstark aufeinanderprallen, versuchen tief unten, in dem großen Raum zwischen diesen beiden Seiten, Menschen einfach mit ihrem Leben klar- oder voranzukommen und fühlen sich zugleich verblüfft, gelangweilt oder verraten von dem schrecklichen Lärm und den Explosionen um sie herum. Ich finde es ist Zeit, dass dieser toxische, binäre Null-Summen-Wahn endet, bevor wir uns selbst zerstören. 

Mein ganzes Erwachsenenleben lang war ich immer ein Linker, ein „weicher“ Linker, ein Liberaler furchtbar-mit-sich-selbst-ringender Sorte, ein Hasenfuß, ein labbriges Weißbrot und Milchbrötchen. Kein brennender Rauf-auf-die-Barrikaden-Sozialist und auch nicht wirklich ein Progressiver, der diese Bezeichnung verdient hätte. Ich war auf Demos, aber ich habe mich selten wirklich getraut, Plakate oder Banner zu schwenken. Ich bin homosexuell, ich bin jüdisch – also wünsche ich mir natürlich ein Ende von Rassismus, Misogynie, Homophobie, Transphobie, Fremdenhass oder Intoleranz jeglicher Art. Ich möchte, dass wir es auf den Goldenen Hügel schaffen – aber ich glaube nicht, dass dies die Art und Weise ist, die uns dort hinführt...
Ich glaube, eine der größten menschlichen Verfehlungen ist, dass wir es vorziehen Recht zu haben, anstatt effektiv zu sein.
Ich würde mich nicht unbedingt im klassischen Sinne als libertär bezeichnen, aber ich genieße Überschreitungen, Fehltritte. Und zutiefst und instinktiv misstraue ich Konformität und Orthodoxie. 
Fortschritt wird nicht durch Prediger und Moralwächter erreicht, sondern – um es mit den Worten von Yevgeny Zamyatin zu sagen – durch Verrückte, Einsiedler, Ketzer, Träumer, Rebellen und Skeptiker.«


Ebenso hat uns Hannah Gadsbys Show »Nanette« während der Projektentwicklung nachhaltig beeindruckt – auch die ist sehr zu empfehlen und kann zur Zeit auf Netflix angesehen werden:

→ www.netflix.com/title/80233611

So viel erstmal für heute – mehr demnächst!


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