Blog

Spielzeitplanung 2018
02. Sep 2017 von Theater

Es ist geschafft - unsere Spielzeit 2018 ist geplant und ausformuliert und wartet nun darauf, von unseren Förderern studiert und dann hoffentlich für fördernswert befunden zu werden. 

(Wir haben uns dafür eine Woche Vorstellungspause eingeplant, ab dem 6. September wird aber wieder weiter durch den > Bau gefightet.) 

Es ist ein schönes Paket geworden, was wir da fürs nächste Jahr geschnürt haben - was genau drin steckt, das muss aber leider noch ein bisschen Geheimnis bleiben, bis die ersten Förderentscheidungen stehen und wir konkret in Vorproduktion gehen können...

Es dürfen also gerne wieder Daumen gedrückt werden! ;)

... » weiterlesen
 
Dachs fällt aus
17. Aug 2017 von Lena

Dachs fällt aus... so ein Mist. Liebe Zuschauer, es tut mir sehr leid, wenn Ihr eine der betroffenen Vorstellungen besuchen wolltet und Euch nun ärgert. Was ist da los bei uns ?

Vielleicht habt Ihr schon mitbekommen, dass unser Stück ziemlich viel Körpereinsatz von uns fordert- es heißt ja nun auch schon im Untertitel "Fight Club Dachs" - und da habe ich ein paarmal ziemlich Pech gehabt und nun eine verrenkte Halswirbelsäule, die mir ganz schön Probleme macht. Aber so ist das nunmal, Theater ist eben live und in mindestens 3D und mit echten Menschen, die meistens auch keine Doppelbesetzung haben ( abgesehen vielleicht von Oper und Musical) und somit eben auch ausfallen können. Das machen wir nicht leichtfertig, denn schließlich bekommen wir dann auch keine Gage, von Applaus ganz zu schweigen-  und ihr bekommt keine Vorstellung. Doch da unser Körper in all seinen Funktionen als so ziemlich das Einzige wirklich unerlässlich ist für unsere Kunst und noch eine Weile mitmachen soll, bitten wir/ich Euch um Euer Verständnis, wenn wir hier Rücksicht auf ihn nehmen.

Wir versuchen alle betroffenen Zuschauer kurzfristig per Mail oder Telefon zu erreichen, wenn etwas ausfällt. Falls Ihr trotzdem unsicher seid, wie es mit Euren gebuchten Vorstellungen aussieht, schaut im Zweifelsfall einfach nochmal auf der Homepage vorbei, ob die Vorstellung auch stattfindet.

Wir hoffen, Ihr bleibt uns dennoch treu und findet einen anderen passenden Termin, um unseren Dachsbau zu besuchen!

... » weiterlesen
 
Rezeptvorschlag: Dachs an Mulch
31. Jul 2017 von Lena

Rezept: Dachs an Mulch


Für diese traditionsreiche deutsche Speise brauchen Sie

1-3 ausgewachsene Dachse und

20 Säcke feinsten Rindenmulch a 60 l 

sowie einige Wochen Zeit

und eine Halfpipe



Breiten Sie den Mulch an einem geheimen Ort aus. Bemerken Sie den feinen Erdgeruch: aaaah, das ist gut!! Packen Sie nun die Dachse aus und jagen Sie diese über den Mulch. Sie sollen schön schwitzen und Muskeln ansetzen, denn Fett lässt sie tranig schmecken. Der Schweiß mischt sich mit dem Mulch und sorgt für das gute Aroma von feinstem Faulgeruch. Ziehen Sie die Dachse schön an und ermuntern Sie diese, sich zu wälzen und sich zu boxen: das Adrenalin sorgt für den rechten Geschmackskick. Lassen Sie den Mulch allmählich trocknen, bis er zu stauben beginnt und der Staub sich auf den Dachsen absetzt. Nun ist der Geruch verschwunden, daher wässern Sie den Mulch regelmäßig, damit die Dachse nicht laut zu husten anfangen und alles vermasseln, denn sie stehen unter Naturschutz und dürfen eigentlich nicht gegessen werden!
Wenn sie schön stramm aussehen, schrubben Sie sie mit dem Mulch ab und ziehen ihnen das Fell über die Ohren. Daraus lassen sich prima Puschen oder Antennenpuschel machen. Ihr Fleisch braten Sie dann bei sengender Sommerhitze in der Halfpipe auf dem Glockseehof. Dort brauchen Sie sie nur leicht anschubsen und sie wenden sich von selbst. Gewürze sind durch die auch mürbe machende Mulch-marinade völlig überflüssig- die Dachse schmecken pur am besten.

Dazu empfehlen wir 1-8 kühle Herrenhäuser oder einen guten Schluck feinstes Ihme-Hochwasser.

Guten Appetit!

... » weiterlesen
 
Das ist der Gipfel!!
02. Jul 2017 von Lena

Das ist ja wohl der Gipfel!! Heute schrieb ich mit unserem wunderbaren Grafiker aus Hamburg, der unsere tollen Postkarten und Plakate entwirft, denn auch für die neue Produktion "Der Bau oder die Gründung des Fight Club Dachs" soll wieder ein passendes Motiv gefunden werden. Im besten Falle eins, was er auch live abfotografieren und dann bearbeiten kann. Mal sind es Alltagsgegenstände, mal etwas, das aufwändiger bestellt oder gefunden werden muß, aber immer eben von der Größe her so, dass er es in der Wohnung fotografieren kann. Oft sammeln wir ein paar Ideen und probieren aus, bevor das Passende gefunden wird. So hatten wir auf unserer Wunschliste fürs aktuelle Stück auch einiges an "aggressiveren" Motiven, wie einen schönen Baseballschläger oder ein feines Pfefferspray, ein paar sexy Boxhandschuhe oder eine schicke Bärenfalle. Normalerweise alles kein Problem. Wäre da nicht der G20 Gipfel- und unser lieber Herr Grafiker Anwohner der Sperrzone in Hamburg !! Also stand diesmal unter den Entwürfen auch etwas wie "Umsetzung: in diesen Tagen leider etwas schwierig bis unmöglich!"

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, als ich im Geiste unseren armen Grafiker, das verdächtige Plakatobjekt unter der Jacke versteckt, von Schatten zu Schatten in dunkler Nacht durchs Caroviertel hüpfen sah, immer in der Angst, gleich als Gipfelstürmer und Schwerverbrecher verhaftet zu werden, bevor er seine Wohnung erreicht.

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...Aber n bisschen lustig ist es auch. Oder traurig? Ich muß noch drüber nachdenken....Absurd ist es in jedem Fall:-)

... » weiterlesen
 
last bird standing
26. Mai 2017 von Lena

„Raskolnikow- humanity is overrated“ - ein Stück über die Entstehung menschenverachtender Ideologien und Attentäter - ist ein bildgewaltiges Stück, es brummt und brüllt und beißt dich manchmal regelrecht in die Ohren. Doch zwischen den emotionalen Spielszenen gibt es immer wieder Momente der Stille: Eine unbeantwortete Frage schwebt im Raum. Eine Sprachlosigkeit macht sich breit. Immer wieder fehlen die Worte oder finden den Weg nicht in den gesprochenen Ausdruck. Raskolnikow selbst spricht ohnehin fast nur, wenn er allein ist, im entscheidenden Moment, in dem er sich an seine Freunde wenden könnte, kriegt er kein Wort raus. Mit den Fremden in der Kneipe „Irgend“ und „Jemand“ geht es zwar leichter- doch hier sind es nur Zitate anderer, die den Weg aus ihm heraus finden.

Vielleicht sind diese Phasen der Stille auch ein Ausdruck unserer eigenen Sprachlosigkeit angesichts der Gewalt, die sich in diesen Zeiten immer wieder Bahn bricht. Manches verwandeln wir Künstler und finden eine Form dafür auf der Bühne, die uns für ein paar Momente aufatmen lässt. Oder lachen. Oder Abstand finden. Oder eine Lösung sehen für den ganzen Irrsinn. Doch manches bleibt wohl einfach in der Luft zwischen uns schweben und bleibt unaussprechlich, bleibt nur fühlbar diffus.

Die Bühne mündet in den Hinterhof des Glockseeareals, wo sich auch der Notausgang befindet, der direkt über unseren kleinen Hintergarten in den Hof führt. Manchmal hört man die Menschen im Hof gedämpft reden, auch während der Vorstellung. Doch am lautesten ist im Mai ein kleiner Piepmatz, der wohl sein Nest direkt über der Tür gebaut hat. In der Dämmerung piept und pfeifft er nochmal richtig um alles loszuwerden bevor er schlafen geht. Da sind wir in der Vorstellung oft in den letzten Szenen angekommen und es tschilpt und zwitschert in unsere Stille hinein. In unsere Sprachlosigkeiten, die zwischen uns stehen und um die sich der Vogel einen Vogeldreck schert: Es ist Frühling und das Leben geht weiter und lockt uns mit den nahenden Sommerabenden auf Wiesen und Balkonen, mit Freunden im Garten und Blicken in den blauen Himmel, vom dem jeder ein Fleckchen abkriegen sollte.
Zur heutigen letzten Vorstellung ziehen wir hier unseren Hut vor unserem „Last bird standing“ und bedanken uns für 15 Vorstellungen standhafte Positivität angesichts aller Herausforderungen, die vor uns liegen...

... » weiterlesen
 
der kommt auch immer wieder...
25. Apr 2017 von Jonas

Am letzten Samstag, nach unserer zweiten (leicht verkaterten aber dennoch sehr schönen) Raskolnikow-Vorstellung, hatte ich eine kleine Begegnung, die ich euch gerne noch erzählen wollte:

Ich stand vor der Theatertür, um eine zu rauchen; draußen war es schon dunkel, drinnen im warmen Foyer blubberten noch gemütliche Gespräche nach der Vorstellung vor sich hin, als plötzlich aus dem Dunkel des Glocksee-Eingangs ein paar schlurfende Winterstiefel an der Mauerecke erschienen. Je weiter sie schluften, um so mehr wurde sichtbar: Dicke Winterjacke, darunter viel Bauch, dann ein grauweißer Straßenrauschebart und eine Mütze darüber: Ein wenig aus der Welt gefallen wirkte er, der alte Herr, der da schweigend um die Ecke kam und Richtung Hof marschierte. So eine dieser grauen Straßenerscheinungen, die man (leider) so häufig übersieht.

Ich grüßte leise, ohne ihn zu kennen. Er ging ein paar Schritte und betrachtete dann unser Plakat an der Hauswand.

»...Raskolnikow. Ja...« sagte er. »...der kommt auch immer wieder.«

Dann drehte er sich mir zu.

»Dieser Typ mit dem Sprengstoff, mit dem Fußballbus... das war auch so ein Raskolnikow.« sagte er. Und verschwand wieder ebenso leise in die Nacht, wie er erschienen war.

Und ließ mich verblüfft und mit einem erstaunten Lächeln vor der Tür zurück.

... » weiterlesen
 
Wer oder was ist »Jack«?
06. Feb 2017 von Jonas

Wie wir in den letzten Monaten erneut feststellen konnten, führt das besorgniserregende Geschehen in der Welt und in den Medien immer wieder zu Sprachlosigkeit, sowohl verbal als auch emotional. Es fehlen die Worte, es ist schwer, richtig zu filtern und einen Umgang damit zu finden, während die Informationen in hysterischem Dauerfeuer auf uns ein schießen - und dennoch selten ausreichen, um das Geschehene emotional zu sortieren oder einzuordnen. Vielerorts führt dieser Zustand zu extremer Verstörung, zu diffusen Angstzuständen; und wenn nicht ganz so weit, dann zumindest zu einem generellen Unbehagen und Mißtrauen. Wir leben in einer Zeit, die extreme Anforderungen an uns stellt, uns vor Überforderungen durch Medien und realem Geschehen zu schützen. Gleichzeitig spüren wir die Notwendigkeit »etwas tun zu müssen«, gepaart mit einer parallel gefühlten Hilflosigkeit...

Während wir in der Spielzeit 2016 nach außen gegangen sind, um uns diesen Themen im möglichst Positiven zu widmen, geht das JACK-Projekt nun nach innen: Es schließt die Türen, um ans Eingemachte zu gehen, an die Wut gegen die Umstände, den Strudel der überkreuzten Informationen, aber auch an einen Humor, der in allem stecken kann. Und es versucht, diesem Zustand eine Sprache zu geben.

Der Einblick der Zuschauer soll dabei ebenso fragmentarisch sein, wie Jacks Gedankenwelt: Durch kleine Sehschlitze in den Auswänden der Box ist der Zuschauer extrem nah am Geschehen, kann jedoch immer nur einen Teil des Ganzen erkennen. Die Texte werden zu jeder Performance neu entwickelt, bzw. weitergeschrieben, unter Berücksichtigung jeweils aktueller Bezüge und gleichzeitig mit Auge auf die »Entwicklung« der Kunstfigur. Führt sein Prozess zu einem Ende? Bricht er aus der Box aus? Wird er zum Verschwörungstheoretiker? Oder findet er tatsächlich einen Weg für sich, eine Lösung, ein größeres Ganzes?

Wir lassen den Ausgang des Experiments bewusst offen und wollen versuchen, unserem Jack auf seiner Reise zu folgen und ihn dabei die Richtung bestimmen zu lassen.

Wir freuen uns, wenn ihr Lust habt, mit uns (und Jack) auf diese Reise mitzukommen!


Mehr findet ihr auf der über > Produktionen > Jack in the Box und auf der Mini-Site jack.theaterglocksee.de

... » weiterlesen
 

„Merry crisis and a happy new fear!“... las ich neulich bei einer Freundin und mußte lachen. Da hatte doch jemand mein Gefühl zur momentanen Weltlage präzise auf den Punkt gebracht.
Und dann fährt ein LKW Leute tot auf dem Berliner Weihnachtsmarkt.
Und ich mach die Glotze aus. Was? Ja, richtig gelesen. Glotze aus.
Mag sie nicht mehr, die Sensations - Spekulanten, mag auch selber nicht mehr dazugehören: "ist es vielleicht... oder nicht....oder doch....hasteschongehört..."
Ich melde mich bei Berliner Freunden, ob alle OK sind. Bis jetzt alle OK.
Ob auch ich einfach irgendwann jemanden anrufe- und es ist nicht mehr alles OK? Hm.
Ich erkenne mich selber nicht. Vor einem Jahr saß ich noch heulend und händeringend vor der Glotze bei ebensolchen Ereignissen. Abgestumpft? Herz-Erkaltung?
Ich erfinde sogar einen blöden Witz:
A mampf „Was ist das?“
B mampf „ein Terrorkeks“
A mampf „Total geschmacklos!“
Ich dekoriere meine Wohnung weihnachtlich, inklusive Fotos meiner Liebsten. Wollte ich die ganze Zeit und ich werde mich verdammt nochmal nicht abhalten lassen, weil....
Alles in mir hat keine Angst. So,hm. Aber... doch...nein, keine Angst. Vielleicht Trotz. Und es dreht sich mit aller Macht und schaut nicht weg, nicht wirklich, sondern fängt stattdessen immer gezielter an zu suchen. Nicht mehr zu erstarren. Zu suchen nach einer Lösung, einem Weg, gezielter Dinge zu stärken. Gerade zu werden. Zu wachsen. Die andere Seite der Waage zu bestücken. The lovely side of life.
Ich drücke meinen Freund und sage ihm, dass ich ihn lieb hab. Ich habe es heute schon vielen Menschen gesagt. Na gut, einen hab ich ziemlich angemotzt aber insgesamt war es schon ein liebevoller Tag. Und je schlimmer alles wird, je öfter irgendwas passiert, desto öfter und lauter will ich sie herausposaunen, die Liebe, fällt mir dabei auf. Desto mehr merke ich, was mir wichtig ist. Was wirklich wichtig ist. Noch nie in meinem Leben war ich so dankbar für den Frieden und Wohlstand in dem ich aufwuchs. Für den Luxus, zu tun, was ich möchte, zu tragen, was ich möchte, zu sagen, was ich möchte. Und ich das erhalten und mehren will. Theater zu machen, die Dinge von verschiedenen Seiten zu beleuchten, zu diskutieren, probieren, scheitern, weiterzumachen.



Ein Statement der AfD zum Thema Theater fällt mir ein, dass mich gestern morgen den Kopf schütteln ließ. Und auch hier bin ich dankbar, dass es mir in gewisser Hinsicht doch die Augen öffnet, dass all das, was ich, was wir für selbstverständlich halten an Meinungs- und Kunstfreiheit in anderen Ländern nicht selbstverständlich ist und auch bei uns mal anders war- und von einigen „besorgten Bürgern“ auch wieder so gesehen werden will.
Und dass wir uns offenbar langsam bis schnell ernsthaft dafür einsetzen sollten, dass es nicht wieder soweit kommt.
Male ich schwarz?
Ich fühle mich, als müsste ich nun in diesen Tagen nochmal Kraft schöpfen und seelische und physische Reserven anfuttern für die anstrengenden Zeiten, die da kommen. Denn ein hochpolitisches Jahr liegt auch im Theater vor uns in dem wir uns vielen unbequemen Themen widmen:
Warum drehen so viele Menschen durch? In „Raskolnikow - humanity is overrated“ erforsche ich mit einem Team anhand von Dostojewskis „Schuld und Sühne“ und Recherchematerial das Thema Amoklauf und Terror . 
In „Der Bau oder die Gründung des Fight Club Dachs“ widmen wir uns der inneren und äußeren Abschottung und dem Rechtsruck in Deutschland just zur Bundestagswahl. Mit „Das wundersame Aktionsbündnis der Tante Trottoir“ werden wir uns im positiven Aktionismus im öffentlichen Raum üben und für jeden ein Stück blauen Himmel finden. Und in „Ach, das Meer“ wird Helga and Friends das blaue Meer besingen, das so viele verschiedene Sehnsuchten birgt, trennt, vernichtet oder vereint.

Trotz- oder gerade wegen der Geschehnisse des fast vergangenen Jahres- freue ich mich auf das nächste. Es ist was im Wandel, aber wir sind nicht hilflos, wenn wir uns nicht hilflos machen. Wir haben viel zu tun und müssen unsere Geschicke in die Hand nehmen anstatt sie täglich serviert zu bekommen, wie es die meisten von uns lange Zeit gewohnt waren. Wir werden gefordert (uns) zu erkennen, zu bewegen, zu öffnen, zu verbinden, zu entscheiden.
Wenn wir wollen, werden wir daran wachsen.

... » weiterlesen
 

Podcast

Folge 7
über »House of Love«

Podcast abonnieren: Feed · iTunes

Instagram