Salonfähig

Antifaschistisches Foyerformat zu Widerstand und rechten Bestrebungen
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Pilot-Veranstaltung am 24. Februar

Gesprächsformat Musik Aktivismus

Mitten in die Vorbereitungen unseres neuen Formats SALONFÄHIG platzte passend die Veröffentlichung der CORRECTIV-Recherche, welche schlagartig eine lange überfällige größere Aufmerksamkeit für das Thema Rechtsruck generierte: Die notwendige Auseinandersetzung mit der AfD und neu-rechten Aktivitäten ist aus dem Windschatten der anderen Krisen wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung getreten und der laute Widerstand hat endlich Fahrt aufgenommen.

SALONFÄHIG horcht hinein, wie sich die politische Lage auch hier lokal verändert oder schon verändert hat: Was ist wo wieder ›salonfähig‹ geworden an rechtem Gedankengut und rassistischen Parolen – wie ist die Lage bei uns in Hannover und Niedersachsen? Und was bedeutet das eigentlich für unsere Kultureinrichtungen und die darin Tätigen, auch an anderen Orten der Bundesrepublik, z.B. in Sachsen?

Für unsere Pilot-Veranstaltung sprechen wir im Vorfeld darüber mit Dirk Löschner, Generalintendant der sächsischen Theater Plauen-Zwickau, sowie Anja Imig und Thomas Matschoß vom Jahrmarkttheater in Bostelwiebeck, Niedersachsen, und einigen mehr.

Wir laden Euch ein, neue Bande zu knüpfen, Euch mit uns zu informieren und auszutauschen! Christof Stein-Schneider (Fury in the Slaughterhouse) und Lena Kußmann (Theater an der Glocksee) halten als Gastgeber*innen nicht nur die Spucktüten für eventuelle Übelkeit bereit, sondern präsentieren feinste alte und neue widerständige Lyrik und Musik in eigenem, poetischem Gewand.

Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir Euch um Online-Reservierung / Ticketkauf in Vorfeld. (Zahlung online oder auch später vor Ort möglich.)

Termine

24. Februar / 20. April 2024

Beginn 20 Uhr

Eintritt 5 €

Der Eintritt wird gespendet an die Initiative
→ Kein Bock auf Nazis

  indoor im Theaterfoyer


Von und mit Lena Kußmann, Christof Stein-Schneider

  die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt

Notiz: Scheißhausfliege, die
Die sogenannte Scheißhausfliege zeichnet sich nicht nur durch ihre schillernde Farbe aus, sondern auch durch ihre feine Nase für Scheiße, auf der sie gerne sitzt und sich die Füßchen wärmt oder Eier legt. Wenn diese Fliege im Salon auftaucht und um die Lampe brummt, hat sie was gewittert. Wenn sie auf Deinem Kuchen sitzt, weißt Du spätestens: da stinkt irgendwo was. Das solltest Du besser nicht fressen. Und Du solltest mal genauer hinriechen. Danke, Fliege.

Gefördert durch
Presse

»Das Theater, sagt Thomas Matschoß, ist „ein Ort, wo man Themen verhandelt“, das niemanden ausschließen, aber doch „ein Ort mit Haltung“ sein sollte. Er sagt es in einem aufgezeichneten Videotelefonat, das an die Wand im Foyer des Theaters an der Glocksee projiziert wird. Das Salon-Format „Salonfähig“ hat Premiere, „die seriöse antifaschistische Samstagabendshow“, wie es Christof Stein-Schneider nennt. Der Fury-Gitarrist ist neben Theaterleiterin Lena Kußmann Initiator und Moderator des Abends. Kußmann spricht nicht nur mit Matschoß, der in einem Landstrich voller völkische Siedler Theater macht, sondern auch mit Dirk Löschner, Generalintendant der sächsischen Theater Plauen-Zwickau, wo die AfD die Mehrheiten stellt und schon mal mit Kürzung der Mittel droht. Und Liam Harrold, Ratsmitglied der Grünen in Hannover, kommt unter dem Titel „Hannover bräunt sich“ zu Wort, und erzählt unter anderem, wie AfD-Politiker ihre Inhalte in jeder Debatte platzieren und wie Rechtsextreme sich in Stadtteilen wie Ahlem oder Mühlenberg ausbreiten. Für Zartbesaitete liegen Spuckbeutel bereit. Kußmann und Stein-Schneider lesen Gedichte und Kolumnen, singen Lieder – mitten in den munteren Die-Ärzte-Antifa-Klassiker hinein verliest Stein-Schneider die Zahl der Todesopfer rechten Terrors. Und Kußmann rückt die Täter-Opfer-Umkehr einer perfide Rede der AfD-Bundestagsabgeordneten Alice Weidel rhetorisch grandios ins rechte Licht. Der Abend schafft es, gleichermaßen zu erschüttern und zu ermuntern. Stein-Schneider beschwört den Zusammenhalt aller Nichtfaschisten. Dann rezitiert er Masha Kalékos Gedicht „Rezept“: „Jage die Ängste fort/Und die Angst vor den Ängsten.“ Ein Abend, der desillusioniert Mut macht.« → mehr lesen
- HAZ, S. Gohlisch, 25.02.2024

Fotos: Tobias Vorkapic